Chronik

Chronik der Bühler Narrenzunft Muhrbergdachse

Die Entstehung
Im Frühjahr 1985 wurde der Grundstein unserer heutigen Narrenzunft gelegt. Eine Gruppe närrischer Einwohner fasste den Entschluss, das lebhafte Fasnachtsgeschehen im kleinsten der Offenburger Ortsteile durch eine Narrenzunft zu bereichern. Spontan haben sich 26 Bühler Bürger im Gasthaus „Anker“ getroffen, um die Vorbereitungen zur Gründung der Bühler Narrenzunft zu treffen.78 Mitglieder waren es dann, die sich bei der Gründungsversammlung im Gasthaus Anker in die Gründungsurkunde eingetragen haben. Alfred Schay wurde zum Ersten Vorsitzenden der neu gegründeten Zunft gewählt.

Geschichtlicher Hintergrund
Eine Narrenfigur mit historischem Hintergrund war bald gefunden. Aus der gesamten Einwohnerschaft gingen 37 Vorschläge für die Figur der Narrenzunft bei der Vorstandschaft ein. Der Name und traditionelle Hintergrund der „Muhrbergdachse“ fand die größte Zustimmung.
Die Dachse die bis Ende der 50-er Jahre im Muhrberg hausten, waren nämlich gefürchtet, insbesondere als die einheimische Bevölkerung während des vergangenen Krieges im Bierkeller unter dem Muhrberg vor den Bomben Schutz suchten. Als nach dem Kriegsende gar ein Fuhrwerk einschließlich Kuh einige Meter tief in den Muhrberg einbrach, angeblich weil die Dachse den ganzen Berg untergraben hatten, wurden sie systematisch ausgerottet.
Die Figuren
1985, pünktlich zum 11.11., wurden die Muhrbergdachse wieder geboren. Das Tierhäs, welches aus Fellimitat gefertigt wird, findet aufgrund seiner Freundlichkeit und Zutraulichkeit besonders bei den Jüngsten schnell viele Anhänger. Wohl einzigartig in unserer Gegend ist die ebenfalls mit Fell überzogene Maske.
Als Ergänzung zum Häs tragen die Muhrbergdachse einen „Dachsschwanz“ am Ende einer Geisel – schon so mancher Umzugszuschauer machte gewollt oder ungewollt Bekanntschaft mit diesem zu jedem Schabernack hervorragend geeigneten Utensil.
Der Bott, er hatte früher wichtige Informationen im Dorf bekannt zu geben, wurde ebenfalls wieder ins Leben gerufen und führt nun die Dachse während der 5. Jahreszeit an.
Eine Gruppe einheimischer Musiker traf sich im Spätjahr 1985, um innerhalb der Bühler Narrenzunft eine Guggemusik zu gründen. Es war von Anfang an ein Anliegen der Narrenzunft auch den althergebrachten Begriff für die Bühler, „Biehler Schnooge“ am Leben zu erhalten. So war kurzerhand die Guggemusik „Biehler Schnoogesurrer“ geboren.
Auch die Showtanzgruppe bekennt sich seit 1995 zur landläufigen Bezeichnung der Bühler und begeistert seither als „Moskitos“ die närrischen Zuschauer in vielen Hallen in Nah und Fern.
Zu einer zentralen Figur wurde im Laufe der Jahre auch der Muhrberggeist, der hauptsächlich bei der Taufe der Jungdachse am Schmutzige‘ und der Dachsenverbannung am Fasnachtsdienstag in Erscheinung tritt. Ansonsten hält er sich im Hintergrund und wacht darüber, dass den Bühlern durch die Muhrbergdachse kein neues Unheil geschieht…
Keine Peinlichkeit im Dorf entgeht unseren „Wäschwiebern“, die das ganze Jahr auf dem Sockel beim Dorfbrunnen stehen um von dort das Geschehen zu beobachten. Aber wehe, wenn sie am Schmutzige mit uns zur Fasnachtseröffnung ziehen; kaum eine Missgeschick bleibt unentdeckt…

Die Fasnachtskampagne in Bühl
Mit dem Ziel das Brauchtum zu pflegen, die Dorf- und Straßenfasent aufleben zu lassen und die einheimischen Vereine bei ihren Veranstaltungen zu unterstützen, wurde die erste Kampagne 1986 vorbereitet.
Start der eigentlichen Dorffasent ist der Schmutzige Donnerstag. Bei Einbruch der Dunkelheit zieht die Bevölkerung mit Pauken und Trompeten zum Dachsbau, um dort zu beobachten, wie die Dachse, zunächst noch etwas verschlafen und träge, später dann dafür um so lebhafter, aus dem Bau kriechen. Bei einem kleinen Umzug durchs Dorf mischen sich am Dorfbrunnen noch die Wäschwieber unters närrische Volk, um dann gemeinsam den Ortsvorsteher zu entmachten. Beim anschließenden Biehler Narreowe geht’s im Gasthaus „Anker“ rund: Der Muhrberggeist tauft die neuen Dachse bevor … – da müsst Ihr Euch schon selbst nach Bühl bemühen. Die Dachsennacht am Fasnachtsfreitag hat sich zu einem der Höhepunkte der Bühler Fasnacht entwickelt. Viele Gastzünfte aus Nah und Fern sowie die einzelnen Gruppen der Narrenzunft verwandeln die Gemeindehalle in einen Hexen- äääh Dachsenkessel. Mittlerweile schon Tradition hat das Schnurren und Schaigen am Rosenmontag mit der Guggemusik und den Hästrägern im Dorf. Wir ziehen von Haus zu Haus, Dachseblued (selbstgemachter Likör) und Dachsenbollen (Einback) werden den Einwohnern zum Selbstkostenpreis angeboten – und dabei bleibt kaum eine Kehle trocken… Zum Dachsefraß am Fasnachtsdienstag wird das gesamte närrische Volk zum Essen in die Gemeindehalle eingeladen. Die (kostenlose) Dachsesupp‘ und andere Köstlichkeiten stärken noch einmal vor dem Finale der Fasnacht: dem Familiennachmittag mit Kinderkostümprämierung und lustigem Programm.

Bei Einbruch der Dunkelheit ziehen die Dachse zusammen mit der Bevölkerung zurück zum Dachsbau, wo der Muhrberggeist die Verbannung vornimmt. Schon manche Krokodilsträne wurde hier vergossen und man kann das Schluchzen hinterher noch tagelang hören….
Der Offenburger Narrentag am 25.1.86 mit Kartoffelsupp und Äpfelküchle war unser erster Auftritt in der Öffentlichkeit außerhalb von Bühl. Seither besuchten wir unzählige Umzüge, Brauchtumsabende von befreundeten oder bekannten Narrenzünften.

„Außergewöhnliche“ Fasnachtsaktivitäten
Mit dem Ziel das Brauchtum zu pflegen, die Dorf- und Straßenfasent aufleben zu lassen und die einheimischen Vereine bei ihren Veranstaltungen zu unterstützen, wurde die erste Kampagne 1986 vorbereitet. Start der eigentlichen Dorffasent ist der Schmutzige Donnerstag. Bei Einbruch der Dunkelheit zieht die Bevölkerung mit Pauken und Trompeten zum Dachsbau, um dort zu beobachten, wie die Dachse, zunächst noch etwas verschlafen und träge, später dann dafür um so lebhafter, aus dem Bau kriechen. Bei einem kleinen Umzug durchs Dorf mischen sich am Dorfbrunnen noch die Wäschwieber unters närrische Volk, um dann gemeinsam den Ortsvorsteher zu entmachten. Beim anschließenden Biehler Narreowe geht’s im Gasthaus „Anker“ rund: Der Muhrberggeist tauft die neuen Dachse bevor … – da müsst Ihr Euch schon selbst nach Bühl bemühen. Die Dachsennacht am Fasnachtsfreitag hat sich zu einem der Höhepunkte der Bühler Fasnacht entwickelt. Viele Gastzünfte aus Nah und Fern sowie die einzelnen Gruppen der Narrenzunft verwandeln die Gemeindehalle in einen Hexen- äääh Dachsenkessel. Mittlerweile schon Tradition hat das Schnurren und Schaigen am Rosenmontag mit der Guggemusik und den Hästrägern im Dorf. Wir ziehen von Haus zu Haus, Dachseblued (selbstgemachter Likör) und Dachsenbollen (Einback) werden den Einwohnern zum Selbstkostenpreis angeboten – und dabei bleibt kaum eine Kehle trocken…
Zum Dachsefraß am Fasnachtsdienstag wird das gesamte närrische Volk zum Essen in die Gemeindehalle eingeladen. Die (kostenlose) Dachsesupp‘ und andere Köstlichkeiten stärken noch einmal vor dem Finale der Fasnacht: dem Familiennachmittag mit Kinderkostümprämierung und lustigem Programm. Bei Einbruch der Dunkelheit ziehen die Dachse zusammen mit der Bevölkerung zurück zum Dachsbau, wo der Muhrberggeist die Verbannung vornimmt. Schon manche Krokodilsträne wurde hier vergossen und man kann das Schluchzen hinterher noch tagelang hören….
Der Offenburger Narrentag am 25.1.86 mit Kartoffelsupp und Äpfelküchle war unser erster Auftritt in der Öffentlichkeit außerhalb von Bühl. Seither besuchten wir unzählige Umzüge, Brauchtumsabende von befreundeten oder bekannten Narrenzünften.

Aktivitäten außerhalb der Fasnacht
Außerhalb der Fasnacht wird durch die Narrenzunft am 16.8.86 erstmals das Brunnenfest am Dorfbrunnen veranstaltet, welches sich inzwischen zum festen Bestandteil im örtlichen Terminkalender entwickelt hat. Diverse Arbeitsdienste, Ausflüge, Hüttenwochenenden finden das ganze Jahr über statt. Ein dringend benötigter Lagerraum wird der Narrenzunft von der Ortsverwaltung zugesprochen und anschließend in Eigenarbeit ausgebaut. Nach 18 Jahren und vielen erfolgversprechenden aber meist in letzter Minute gescheiterten Versuchen wurde es im November 2003 wahr: wir haben unseren eigenen Raum, den Dachsbau, bezogen. Nicht zuletzt aufgrund der Initiative und großzügigen Spende unseres Georg Dietrich konnte ein Vereinsbau direkt bei der Gemeindehalle realisiert werden. Turnverein, Gesangverein und die Ortsverwaltung residieren im Erdgeschoss, die Narrenzunft quartierte sich im Keller ein. Ein lange gehegter Traum ging für uns in Erfüllung. Heute ist dieser Raum für uns nicht mehr wegzudenken, sei es als Proberaum für die Schnoogesurrer und die Tanzgruppen, für Besprechungen, Bastelabende oder unsere geselligen Dachsbauabende. Für unsere Zunft bisher einmalig und sehr erfolgreich war das Mitwirken an der 750-Jahrfeier vom 3. bis 5.7.1992. Mit Tabak anstechen, Tratschen und Wäschen der Wäschwieber, sowie dem Sau metzgen mit anschließender Fleischversteigerung, konnten wir uns den zahlreich erschienen Gästen präsentieren. Stimmung war angesagt bei den Auftritten der Schnoogesurrer im Festzelt. Nicht zu überhören der mobile Scherenschleifer und seine Kresenz.

Was geschah sonst noch ?
Am 17.8.86 war im Anschluss an den Sonntagsgottesdienst die Fahnenweihe unserer Vereinsfahne. Sie wurde von der Familie Jäger vom Gasthaus Krone in Offenburg-Bühl gestiftet. Dass Bühl-Dachsenhausen ein närrisches Dorf ist, kann man auch optisch erkennen. Meterlange Wäscheleinen zieren während der Fasnachtskampagne 1987 unser Dorf. Seither wurden mehrere tausend Stofflappen zu „Stroßebändel“ vernäht. Um Atmosphäre in die etwas sterile Turnhalle zu zaubern, wurde durch die Initiative unseres damaligen Vorstandes Reinhold Kölble 1989 in mühevoller Arbeit eine neue Hallendekoration erstellt, die auch heute noch von allen Seiten bestaunt und gelobt wird. Kontinuierlich wuchs die Zahl der Mitglieder; so hatten wir im März 1990 47 Aktive und 7 Kinder. Heute sind in unseren Gruppierungen alles in allem rund 100 Hästräger, Guggemusiker oder Tänzer aktiv. Mit den Passiven zusammen hat die Narrenzunft inzwischen weit über 200 Mitglieder – ziemlich beachtlich für einen Ort unserer Größe…

 

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